Pfefferspray im Einsatz

Beim folgenden Blog bin ich teils auf kritische und berechtigte- aber auch auf fehlerhafte Berichterstattung zum Thema Pfefferspray gestoßen.Teils stimmten einige Fakten überein einige wahren schlichtweg falsch. Auch wurden leider keine Lösungsansätze bzw. Alternativen vorgelegt.
jakopjung-blog

“Dabei sind die Reizstoffe, die durch Lösemittelextraktion aus Chilli oder Cayenne-Pfeffer gewonnen werden, für den Menschen alles andere als harmlos.”

Bei der Polizei kommt auch die synthetische Variante namens PAVA zum Einsatz um allergische Reaktionen zu minimieren.

“Im Sinne des Waffengesetzes handelt es sich bei den Sprühgeräten um Waffen. Der Einsatz gegen Menschen wird, wenn er nicht durch die Polizei erfolgt, als gefährliche Körperverletzung geahndet und ist strafbar.

Auch das ist nicht ganz richtig siehe auch unter Notwehr oder unter Wikipedia – In jedem Fall ist der Einsatz von Pfefferspray gegen einen Menschen als gefährliche Körperverletzung strafbar.[14] Die Strafbarkeit entfällt jedoch, wenn ein Rechtfertigungsgrund wie Notwehr vorliegt.

Sowohl für den polizeilichen als auch für den zivilen Einsatz werden Reizstoffsprühgeräte in Deutschland von der privaten Firma Hoernecke angeboten. Privatkunden haben die Möglichkeit, zivile Entsprechungen zu den von der Polizei eingesetzten Modellen „RSG-4“ und „RSG-8“ frei zu erwerben.

Es gibt für Pfefferspray natürlich nicht nur den Hersteller Hoernecke sondern auch etliche andere Firmen. Richtig ist, das die RSG der Firma Hoernecke oft bei Behörden eingesetzt werden.

Beobachter gehen davon aus, dass der polizeiliche Einsatz von Pfefferspray gegen Demonstranten in den vergangenen Jahren exzessiv zugenommen hat.

Dies mag auch richtig sein. Es liegt sicherlich auch an der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Für den polizeilichen Einsatz stellt sich allerdings die Frage welche Alternativen gibt es ? Knüppel, Taser,Gummigeschosse oder Schusswaffe ? Wohl kaum daher ist Pfefferspray schon mit Abstand ein sehr humanes Einsatzmittel. Ob es in manchen Situationen nun berechtigt ist oder war ist eine andere Frage.
Die Alternative CS-Gas wiederum, wirkt bei Personen die unter Alkohol- oder Drogeneineinfluss stehen teilweise nicht bzw. unzureichend.

Die Wirkung von Pfefferspray kann mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden sein, die bis zum Tod der Betroffenen führen.

Das ist auch nur teilweise richtig. Genauer: Die Wirkung von Pfefferspray kann in Kombination mit Drogen wie z.B. Kokain oder Psychopharmaka zu Todesfällen führen.Eine indirekte Gefahr geht vom Reizstoffeinsatz aus, wenn die Symptome bei den Betroffenen zu Angstreaktionen oder Schockzuständen führen.
Weitere Probleme können bei Menschen mit Bluthochdruck oder Asthma vorkommen.

Zu weiteren bekannten Schäden kann es kommen sofern der Pfefferstrahl direkt in kurzer Distanz mit hohen Druck auf das Auge trifft ähnlich wie bei einer Wasserpistole.Das Pfefferspray an sich, hat damit nichts zu tun es geht um den Sprühstrahl.

Pfefferspray gegen Menschen verbieten
Am 12. Juli 2011 hat die Fraktion DIE LINKE im Landtag von Nordrhein-Westfalen den Antrag gestellt, den Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen zu verbieten.
In der Begründung des Antrages (Drucksache Nr. 15/2354) wird zunächst auf den verstärkten Einsatz von Pfefferspray gegen Demonstranten und Fußballfans aufmerksam gemacht.

Wo bleiben die Vorschläge zur Umsetzung? Beim nächsten Fußballspiel dürfen Hooligans also die Kinder, Spieler und andere Zuschauer verprügeln? Oder möchten sich die Antragsteller selber unbewaffnet als Familienvater dagegen stellen. Oder wir machen die Augen zu und denken uns das es solche Situationen einfach nicht gibt evtl. klappt es ja. Vielleicht reicht es ja auch wenn die Beamten einfach zurück brüllen oder es ausdiskutieren man weiß es nicht.

Sicherlich gab es evtl. unverhältnismäßige Einsatze.Gerade wenn man die Einsatze zu Stuttgart21 sich genauer anschaut. Aber nun wieder zu pauschallisieren und alle Beamten über einen Kamm zu scheren ist wenig hilfreich.Genau so irgendwelche Einsatzmittel komplett zu verbieten ohne Alternativen vorzuschlagen.

Wird Pfefferspray gegen eine demonstrierende oder blockierende Menschenmenge eingesetzt, dann besteht im Moment des Einsatzes weder eine konkrete Gefährdung für die Polizeibeamten noch können diese verlässlich einschätzen, welche gesundheitlichen Folgen das Pfefferspray für den einzelnen Betroffenen hat. Auch die Durchführung von notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen ist in solchen Situationen kaum möglich.
Es ist bedenklich, wenn in Deutschland eine deutliche Zunahme des Einsatzes von Pfefferspray gegen Menschen, die sich an einer Demonstration oder einer Blockade beteiligen, zu verzeichnen ist. Die Furcht vor gesundheitlichen Folgen hält viele Bürger davon ab, an Protesten und Demonstrationen teilzunehmen und schränkt somit faktisch das Demonstrationsrecht ein.

Das ist sicherlich richtig nur die Einsatztaktik oder das Vorgehen wird allerdings woanders entschieden und nicht beim kleinen frischen Beamten.Gerade bei fragwürdigen Einsätzen wie den Castortranporten oder Stuttgart 21 kommt es auch bei Beamten zu vermehrten Krankmeldungen. Die Jüngeren müssen eben sachlich und ohne Aggression z.B. über Vetternwirtschaft und ähnliches aufgeklärt werden. Da ist ein Din 4A Blatt hilfreicher als ein Stein.

Solange Polizei und Demonstranten Ihre Aggressionen untereinander auslassen, haben andere nichts zu befürchten…

Quellen:
www.feuerwehr.de
Buetzer.info
karin-binder.de

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